Ultraschall in der Schwangerschaft: Die drei Basistermine erklärt

Drei Ultraschalltermine zahlt die Kasse. Was bei jedem Termin untersucht wird, wie du dich vorbereitest und welche Extras sinnvoll sind.

Ultraschall in der Schwangerschaft: Die drei Basistermine

Ein dunkler Bildschirm, ein leises Rauschen und dann plötzlich ein flackernder Punkt: der Herzschlag deines Kindes. Für viele werdende Eltern gehört der Ultraschall in der Schwangerschaft zu den bewegendsten Momenten überhaupt. Gleichzeitig ist er eine wichtige medizinische Untersuchung, die zeigt, ob sich dein Kind gut entwickelt.

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen drei feste Ultraschalltermine. In diesem Artikel erfährst du, wann sie anstehen, was jeweils geprüft wird, wie die Untersuchung abläuft und welche zusätzlichen Angebote es gibt.

Kurz beantwortet: In Deutschland sehen die Mutterschafts-Richtlinien drei Basis-Ultraschalluntersuchungen vor: in der 9. bis 12., der 19. bis 22. und der 29. bis 32. Schwangerschaftswoche. Sie prüfen Einnistung, Herzschlag, Wachstum, Lage von Kind und Plazenta sowie die Fruchtwassermenge. Beim zweiten Termin kannst du einen erweiterten Basis-Ultraschall wählen.

Ultraschall in der Schwangerschaft: Die drei Basistermine im Überblick

Grundlage der Vorsorge sind die Mutterschafts-Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses. Sie legen fest, welche Untersuchungen dir als gesetzlich Versicherter zustehen. Die drei Ultraschalltermine verteilen sich auf jedes Trimester:

  • 1. Basis-Ultraschall (9. bis 12. SSW): Bestätigung der Schwangerschaft, Sitz in der Gebärmutter, Herzaktion, Anzahl der Kinder und Bestimmung des Schwangerschaftsalters.
  • 2. Basis-Ultraschall (19. bis 22. SSW): Kontrolle von Wachstum, Fruchtwasser und Plazentasitz, wahlweise mit erweiterter Untersuchung bestimmter Organe.
  • 3. Basis-Ultraschall (29. bis 32. SSW): Wachstum, Lage des Kindes, Plazenta und Fruchtwasser als Grundlage für die Geburtsplanung.

Die Untersuchungen sind freiwillig. Du kannst jede davon ablehnen oder dich entscheiden, bestimmte Ergebnisse nicht erfahren zu wollen. Dieses Recht auf Nichtwissen ist ausdrücklich vorgesehen. Verständlich aufbereitete, unabhängige Informationen dazu findest du bei Gesundheitsinformation.de zu Ultraschalluntersuchungen.

Erster Ultraschall: 9. bis 12. Schwangerschaftswoche

Der erste Basis-Ultraschall klärt die wichtigsten Grundfragen. Hat sich der Embryo in der Gebärmutter eingenistet? Schlägt das Herz? Und wächst dort ein Kind oder sind es Zwillinge?

Was untersucht wird

Die Ärztin misst die Scheitel-Steiß-Länge, also den Abstand vom Kopf bis zum Po des Embryos. In dieser frühen Phase wachsen alle Kinder sehr ähnlich. Deshalb lässt sich das Schwangerschaftsalter jetzt besonders genau bestimmen.

Weicht das Ergebnis deutlich vom rechnerischen Termin ab, korrigiert die Ärztin den Entbindungstermin. Wie dieser zunächst ermittelt wird, liest du in unserem Artikel Geburtstermin berechnen mit der Naegele-Regel.

Vaginal oder über die Bauchdecke

Im ersten Trimester ist die Gebärmutter noch klein und liegt tief im Becken. Viele Ärztinnen nutzen deshalb einen schmalen Schallkopf, der in die Scheide eingeführt wird. Diese vaginale Sonografie liefert schärfere Bilder und ist in der Regel schmerzfrei.

Ab dem zweiten Trimester erfolgt der Ultraschall meist über die Bauchdecke. Dafür trägt die Ärztin ein Gel auf deinen Bauch auf, damit die Schallwellen gut übertragen werden.

Rund um diesen Termin fällt oft auch das Ende des ersten Trimesters. Was in dieser Phase passiert, beschreibt unser Beitrag zu SSW 12.

Zweiter Ultraschall: 19. bis 22. Schwangerschaftswoche

Zur Mitte der Schwangerschaft ist dein Kind schon gut zu erkennen. Beim zweiten Termin geht es vor allem darum, ob es zeitgerecht wächst. Dafür misst die Ärztin unter anderem Kopf, Bauch und Oberschenkelknochen.

Außerdem beurteilt sie die Menge des Fruchtwassers und den Sitz der Plazenta. Liegt der Mutterkuchen sehr tief, wird er in den folgenden Wochen weiter kontrolliert. Häufig wandert er mit dem Wachstum der Gebärmutter noch nach oben.

Basis-Ultraschall oder erweiterter Basis-Ultraschall

Beim zweiten Termin hast du die Wahl. Beide Varianten bezahlt die gesetzliche Krankenkasse. Der erweiterte Basis-Ultraschall schaut zusätzlich gezielt auf einzelne Körperregionen:

  • Kopf mit Hirnkammern und Kleinhirn
  • Hals und Rücken, inklusive der Frage, ob die Wirbelsäule geschlossen ist
  • Brustkorb und Herz, etwa Größe, Lage und Herzrhythmus
  • Bauchwand sowie Magen und Harnblase

Nicht jede Praxis darf die erweiterte Untersuchung durchführen. Die Ärztin braucht dafür eine besondere Qualifikation. Gegebenenfalls bekommst du eine Überweisung zu einer Kollegin.

Welche Variante zu dir passt, entscheidest du selbst. Überlege vorab, wie viel du über mögliche Auffälligkeiten wissen möchtest und wie du mit einem unklaren Ergebnis umgehen würdest. Ein Gespräch mit deiner Ärztin hilft, den Ultraschall in der Schwangerschaft bewusst und ohne Druck zu nutzen.

Ultraschall in der Schwangerschaft: Hände in blauen Handschuhen bedienen ein Ultraschallgerät

Dritter Ultraschall: 29. bis 32. Schwangerschaftswoche

Im dritten Trimester rückt die Geburt in den Blick. Die Ärztin vermisst dein Kind erneut und vergleicht die Werte mit den vorherigen Messungen. So zeigt sich, ob es entlang seiner Wachstumskurve zunimmt.

Wichtig ist jetzt auch die Kindslage. Viele Babys liegen bereits mit dem Kopf nach unten. Liegt dein Kind noch in Beckenendlage, ist das in diesem Stadium kein Grund zur Sorge, denn es hat meist noch Zeit und Platz, sich zu drehen.

Wenn dein Kind größer oder kleiner geschätzt wird

Im letzten Drittel schätzt die Ärztin anhand der Messwerte auch das ungefähre Gewicht deines Kindes. Diese Schätzung hat jedoch eine gewisse Unschärfe, denn Ultraschall misst nur einzelne Körpermaße. Weicht das Ergebnis von der Erwartung ab, folgen meist weitere Kontrollen, bevor jemand Schlüsse für die Geburt zieht.

Zusätzlich kontrolliert die Ärztin erneut Plazenta und Fruchtwasser. Die Ergebnisse helfen dabei, die Geburt zu planen und mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen. Einen kompakten Überblick über alle drei Termine bietet auch das Gesundheitsportal des Bundes zur Schwangerschaftsvorsorge.

So läuft der Ultraschall in der Schwangerschaft ab

Viele Frauen sind vor dem ersten Termin aufgeregt. Dabei ist die Untersuchung unkompliziert und dauert meist nur wenige Minuten. So kannst du dich vorbereiten:

  1. Kleidung wählen: Zweiteilige Kleidung erleichtert den Ultraschall über die Bauchdecke, weil du nur den Bauch frei machen musst.
  2. Mutterpass mitnehmen: Die Ärztin trägt die Messwerte direkt ein.
  3. Blase beachten: Frage in deiner Praxis nach, ob du vor dem Termin trinken oder die Blase vorher leeren sollst. Die Vorgaben unterscheiden sich je nach Untersuchungsart.
  4. Fragen notieren: Schreib dir vorab auf, was du wissen möchtest, etwa zur Lage der Plazenta oder zum Wachstum.
  5. Begleitung klären: Viele Praxen erlauben, dass dein Partner oder deine Partnerin dabei ist. Frag am besten vorher nach.

Während der Untersuchung liegst du auf einer Liege, die Ärztin führt den Schallkopf über deinen Bauch oder setzt ihn vaginal ein. Auf dem Monitor siehst du dein Kind in Graustufen. Anschließend bespricht die Ärztin mit dir die Ergebnisse.

Was du auf dem Bildschirm siehst

Gerade beim ersten Mal wirkt das Bild oft verwirrend. Flüssigkeit wie Fruchtwasser erscheint schwarz, Knochen dagegen hell. Bitte deine Ärztin ruhig, dir Kopf, Wirbelsäule oder Herz auf dem Monitor zu zeigen.

Ultraschall arbeitet mit Schallwellen und nicht mit Röntgenstrahlen. Bei medizinisch begründeter Anwendung gilt er als sicher für Mutter und Kind.

Ultraschall in der Schwangerschaft: Eine Person hält das ausgedruckte Ultraschallbild ihres Babys

Zusätzliche Ultraschalluntersuchungen: Wann sie sinnvoll sind

Neben den drei Basisterminen gibt es weitere Untersuchungen. Ob du sie brauchst, hängt von deiner persönlichen Situation ab.

Bei medizinischem Anlass

Gibt es Auffälligkeiten oder Risiken, ordnet die Ärztin zusätzliche Ultraschalluntersuchungen an. Das kann etwa bei Blutungen, Mehrlingen, Bluthochdruck oder dem Verdacht auf eine Wachstumsverzögerung der Fall sein. Dazu gehört auch die Dopplersonografie, die den Blutfluss in Nabelschnur und Gefäßen misst. Bei einer medizinischen Begründung zahlt die Krankenkasse diese Untersuchungen.

Auch bei Stoffwechselstörungen wie einem Schwangerschaftsdiabetes kann eine engmaschigere Kontrolle des Wachstums sinnvoll sein. Mehr dazu liest du in unserem Artikel über Schwangerschaftsdiabetes.

Feindiagnostik und Ersttrimesterscreening

Die Feindiagnostik, oft auch Organscreening genannt, ist eine besonders detaillierte Untersuchung durch spezialisierte Ärztinnen. Bei einer medizinischen Indikation übernimmt die Kasse die Kosten. Das Ersttrimesterscreening mit Messung der Nackentransparenz ist dagegen in der Regel eine Selbstzahlerleistung.

Seit Juli 2022 kann ein nicht invasiver Pränataltest auf bestimmte Trisomien in begründeten Einzelfällen von der Kasse bezahlt werden. Voraussetzung ist eine ärztliche Beratung, in der du gemeinsam mit deiner Ärztin abwägst, ob der Test für dich sinnvoll ist.

Babykino ist nicht mehr erlaubt

Ultraschall ohne medizinischen Grund, etwa um 3D- oder 4D-Bilder als Erinnerung zu erstellen, ist seit Anfang 2021 in Deutschland verboten. Der Gesetzgeber will damit das ungeborene Kind vor unnötiger Belastung schützen. Erinnerungsbilder entstehen deshalb nur noch im Rahmen notwendiger Untersuchungen.

Auffälliger Befund: So gehst du damit um

Die allermeisten Schwangerschaften verlaufen unauffällig: Laut Gesundheitsinformation.de bringen 96 bis 98 von 100 Schwangeren ein gesundes Kind zur Welt. Trotzdem kann ein Ultraschall Hinweise ergeben, die weiter abgeklärt werden müssen. Wichtig zu wissen: Ein auffälliger Befund ist noch keine Diagnose.

Oft folgt zunächst eine Kontrolle oder eine Untersuchung bei einer Spezialistin. Lass dir die Ergebnisse in Ruhe erklären und frag nach, was sie konkret bedeuten. Du hast Anspruch auf eine ausführliche ärztliche Beratung.

Zusätzlich kannst du dich kostenlos an eine Schwangerschaftsberatungsstelle wenden. Dort begleiten dich Fachleute unabhängig und ergebnisoffen.

Auch deine Hebamme ist eine wichtige Ansprechpartnerin, wenn Sorgen dich belasten. Hebammen können viele Vorsorgeuntersuchungen übernehmen, den Ultraschall führt aber die Ärztin durch. Warum sich eine frühe Suche lohnt, liest du im Beitrag Hebamme finden.

Ultraschall in der Schwangerschaft besprechen: Gespräch zwischen Ärztin und Patientin in der Praxis

Ultraschallbilder und Mutterpass: Die Werte verstehen

Alle Ergebnisse der Basis-Ultraschalluntersuchungen landen im Mutterpass. Dort findest du Abkürzungen für die gemessenen Werte, etwa für den Kopfdurchmesser, den Bauchumfang oder die Länge des Oberschenkelknochens. Eine Wachstumskurve zeigt, wie sich dein Kind im Vergleich zu anderen Kindern derselben Woche entwickelt.

Kleine Abweichungen nach oben oder unten sind normal, denn auch ungeborene Kinder sind unterschiedlich groß. Entscheidend ist, dass dein Kind gleichmäßig wächst. Was die einzelnen Einträge bedeuten, erklären wir im Artikel Mutterpass erklärt.

Viele Praxen geben dir einen Ausdruck oder eine digitale Kopie des Ultraschallbildes mit. Bewahre die Bilder an einem dunklen Ort auf, denn Thermodrucke verblassen mit der Zeit. Ein Foto oder Scan sichert die Erinnerung dauerhaft.

Häufige Fragen zum Ultraschall in der Schwangerschaft

Wie viele Ultraschalluntersuchungen zahlt die Krankenkasse?

Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt drei Basis-Ultraschalluntersuchungen in der 9. bis 12., 19. bis 22. und 29. bis 32. SSW. Beim zweiten Termin kannst du kostenfrei den erweiterten Basis-Ultraschall wählen. Zusätzliche Untersuchungen zahlt die Kasse, wenn es dafür einen medizinischen Grund gibt.

Ab wann sieht man den Herzschlag im Ultraschall?

Mit einem vaginalen Ultraschall ist die Herzaktion oft schon ab der 6. oder 7. SSW zu erkennen. Beim ersten Basis-Ultraschall zwischen der 9. und 12. SSW gehört die Kontrolle des Herzschlags fest zum Programm. Ist er sehr früh noch nicht sichtbar, ist das allein meist kein Grund zur Sorge.

Ist Ultraschall in der Schwangerschaft schädlich für das Baby?

Ultraschall nutzt Schallwellen und keine Röntgenstrahlen. Bei medizinisch begründeter Anwendung gilt er als sicher. Untersuchungen ohne medizinischen Anlass sind in Deutschland jedoch seit 2021 verboten, um das Kind vor unnötiger Belastung zu schützen.

Wann kann man das Geschlecht im Ultraschall erkennen?

Häufig lässt sich das Geschlecht beim zweiten Basis-Ultraschall zwischen der 19. und 22. SSW erkennen. Ob es sichtbar ist, hängt von der Lage des Kindes ab. Sag deiner Ärztin vorher, ob du es wissen möchtest oder lieber überrascht werden willst.

Was ist der Unterschied zwischen Basis-Ultraschall und Feindiagnostik?

Der Basis-Ultraschall ist eine Routineuntersuchung, die jede Schwangere angeboten bekommt. Die Feindiagnostik ist deutlich detaillierter und wird von besonders qualifizierten Ärztinnen durchgeführt. Die Kasse zahlt sie nur, wenn ein medizinischer Grund vorliegt.

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Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Beratung durch deine Hebamme, Ärztin oder deinen Arzt.

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