Geburtstermin berechnen: So findest du mit der Naegele-Regel deinen ET

Mit der Naegele-Regel kannst du deinen Geburtstermin in wenigen Schritten selbst berechnen. So funktioniert es und so genau ist das Ergebnis.

Geburtstermin berechnen mit der Naegele-Regel

Sobald der Schwangerschaftstest positiv ist, drängt sich eine Frage in den Vordergrund: Wann kommt unser Baby? Mit ein paar einfachen Rechenschritten kannst du deinen Geburtstermin berechnen, lange bevor du den ersten Termin bei deiner Frauenärztin hast. Die bekannteste Methode dafür ist die Naegele-Regel, die Ärztinnen und Hebammen bis heute nutzen.

In diesem Artikel zeigen wir dir, wie die Formel funktioniert, wie du sie an deinen Zyklus anpasst und warum der Ultraschall den Termin manchmal noch verschiebt. Außerdem erfährst du, welche Fristen vom errechneten Termin abhängen.

Kurz beantwortet: Um den Geburtstermin zu berechnen, nimmst du den ersten Tag deiner letzten Periode, ziehst drei Monate ab, zählst sieben Tage und ein Jahr dazu. Das entspricht 280 Tagen oder 40 Schwangerschaftswochen. Bei längeren oder kürzeren Zyklen verschiebst du den Termin um die Abweichung von 28 Tagen.

So kannst du den Geburtstermin berechnen: die Naegele-Regel

Die Regel geht auf den Heidelberger Geburtshelfer Franz Karl Naegele zurück, der sie im 19. Jahrhundert beschrieb. Sie geht von einem regelmäßigen Zyklus mit 28 Tagen aus, bei dem der Eisprung um den 14. Zyklustag stattfindet. Ausgangspunkt ist nicht die Befruchtung, sondern der erste Tag deiner letzten Regelblutung.

So gehst du Schritt für Schritt vor:

  1. Notiere den ersten Tag deiner letzten Periode.
  2. Zähle sieben Tage dazu.
  3. Ziehe drei Monate ab.
  4. Zähle ein Jahr dazu.

Ein Beispiel: Deine letzte Periode begann am 3. Februar 2026. Plus sieben Tage ergibt den 10. Februar 2026, minus drei Monate den 10. November 2025. Plus ein Jahr landet dein errechneter Geburtstermin beim 10. November 2026.

Das Ergebnis entspricht ziemlich genau 280 Tagen nach dem ersten Tag der letzten Periode. Je nach Monatslänge kann es um ein bis zwei Tage abweichen.

Warum ab der letzten Periode gerechnet wird

Den genauen Tag der Befruchtung kennen die wenigsten Frauen. Der Beginn der letzten Blutung lässt sich dagegen meist gut erinnern oder in einer Zyklus-App nachsehen. Deshalb ist er bis heute der übliche Startpunkt, wenn Fachleute den Geburtstermin berechnen.

Die ersten zwei Wochen der Schwangerschaft liegen damit rechnerisch vor dem Eisprung. Du bist in dieser Zeit also streng genommen noch gar nicht schwanger, sie zählen aber trotzdem mit.

Online-Rechner und Apps

Wenn du deinen Geburtstermin berechnen möchtest, ohne selbst zu rechnen, helfen Online-Rechner und Schwangerschafts-Apps. Sie arbeiten mit derselben Formel und fragen meist zusätzlich nach deiner Zykluslänge. Das Ergebnis ist deshalb genauso eine Schätzung wie die Rechnung von Hand.

Notiere dir den errechneten Tag trotzdem, und nimm ihn zum ersten Termin bei deiner Frauenärztin mit. Sie gleicht ihn mit dem Ultraschallbefund ab und trägt den gültigen Termin in den Mutterpass ein.

Erweiterte Naegele-Regel: Wenn dein Zyklus nicht 28 Tage dauert

Nur wenige Frauen haben einen Zyklus, der exakt 28 Tage lang ist. Zyklen bis 35 Tage sind keine Seltenheit. Bei einem längeren Zyklus findet der Eisprung später statt, bei einem kürzeren früher, und damit verschiebt sich auch der Geburtstermin.

Die erweiterte Naegele-Regel berücksichtigt das. Du rechnest wie oben und addierst oder subtrahierst anschließend die Tage, um die dein Zyklus von 28 Tagen abweicht:

  • Zyklus 31 Tage: errechneter Termin plus 3 Tage
  • Zyklus 26 Tage: errechneter Termin minus 2 Tage
  • Zyklus 35 Tage: errechneter Termin plus 7 Tage

Im Beispiel von oben würde sich der Termin bei einem 31-Tage-Zyklus also auf den 13. November 2026 verschieben. Ist dein Zyklus sehr unregelmäßig, wird die Rechnung ungenau. Dann ist der frühe Ultraschall besonders wichtig, um den Termin zu bestimmen.

Geburtstermin ab Zeugung oder Eisprung berechnen

Manche Paare wissen recht genau, wann die Befruchtung stattgefunden hat, etwa weil sie den Eisprung mit Tests oder Temperaturmessung bestimmt haben. Dann kannst du den Geburtstermin auch vom Tag der Empfängnis aus berechnen.

Die Formel lautet: Zeugungstermin minus drei Monate, minus sieben Tage, plus ein Jahr. Fand die Befruchtung beispielsweise am 17. Februar 2026 statt, ergibt sich ebenfalls der 10. November 2026. Das entspricht etwa 266 Tagen ab der Empfängnis.

Wie du deine fruchtbaren Tage bestimmst, erfährst du in unserem Ratgeber Eisprung berechnen. Nach einer künstlichen Befruchtung ist der Termin besonders genau bekannt, weil das Datum des Embryotransfers feststeht. Die Kinderwunschpraxis berechnet den Geburtstermin in diesem Fall direkt für dich. Dabei berücksichtigt sie auch, wie viele Tage der Embryo zum Zeitpunkt des Transfers bereits alt war.

Schwangerschaftswochen richtig zählen

Viele Schwangere sind anfangs verwirrt, weil sie rechnerisch schon in der vierten Woche schwanger sind, obwohl die Befruchtung erst zwei Wochen zurückliegt. Das liegt an der Zählweise. Ärztinnen zählen die Schwangerschaftswochen post menstruationem, also ab dem ersten Tag der letzten Periode.

Eine Schwangerschaft dauert nach dieser Rechnung im Schnitt 280 Tage oder 40 Wochen. In deinem Mutterpass steht die aktuelle Woche oft in der Schreibweise 12+3. Das bedeutet: zwölf vollendete Wochen und drei Tage, du befindest dich also in der 13. Schwangerschaftswoche.

Die Zählung ab der Befruchtung heißt post conceptionem und liegt etwa zwei Wochen zurück. Im medizinischen Alltag spielt sie kaum eine Rolle, begegnet dir aber manchmal in Büchern oder Apps. Achte deshalb darauf, welche Zählweise eine Quelle verwendet.

Die 40 Wochen teilen sich in drei Abschnitte. Das erste Trimester reicht bis zum Ende der 12. Woche, das zweite bis zum Ende der 27. Woche und das dritte bis zur Geburt. Viele Vorsorgetermine und Untersuchungen orientieren sich an dieser Einteilung.

Geburtstermin berechnen mit dem Kalender: Nahaufnahme eines aufgeschlagenen Kalenders auf dem Tisch

Der Ultraschall kann den Geburtstermin korrigieren

Die Naegele-Regel ist eine Schätzung. Genauer wird es beim ersten Basis-Ultraschall zwischen der 9. und 12. Schwangerschaftswoche. Die Ärztin misst dann die Scheitel-Steiß-Länge des Embryos, also den Abstand vom Kopf bis zum Steiß.

Weil alle Kinder in dieser frühen Phase sehr ähnlich wachsen, lässt sich das Schwangerschaftsalter daraus gut ablesen. Passt das Ergebnis deutlich nicht zum rechnerischen Termin, legt die Ärztin einen korrigierten Entbindungstermin fest. Dieser gilt dann für den weiteren Verlauf. Wer seinen Geburtstermin berechnen will, sollte also immer im Hinterkopf behalten, dass der frühe Ultraschall das letzte Wort hat.

Spätere Ultraschallmessungen eignen sich dagegen kaum noch, um den Termin zu verschieben. Ab dem zweiten Trimester wachsen Kinder unterschiedlich schnell. Alles über die drei Basistermine liest du in unserem Artikel Ultraschall in der Schwangerschaft.

Wie genau ist der errechnete Geburtstermin?

So hilfreich der errechnete Termin ist, dein Baby hält sich selten exakt daran. Nur etwa 4 Prozent der Kinder kommen genau am errechneten Tag zur Welt. Rund 88 Prozent werden innerhalb von 14 Tagen vor oder nach dem Termin geboren, wie der Berufsverband der Frauenärzte auf Frauenärzte im Netz erklärt.

Viele Hebammen sprechen deshalb lieber von einem Geburtszeitraum. Es kann entlasten, Familie und Freunden nur den Monat statt des genauen Tages zu nennen. So vermeidest du ständige Nachfragen, falls dein Baby sich etwas mehr Zeit lässt.

Als reifgeboren gelten Kinder ab der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche. Eine Geburt vor 37+0 bezeichnen Fachleute als Frühgeburt.

Was passiert, wenn der Termin überschritten ist?

Ist der Termin verstrichen, wirst du engmaschiger kontrolliert, meist mit CTG und Ultraschall. Nach der deutschen Leitlinie zum Vorgehen bei Terminüberschreitung soll Frauen mit unkomplizierter Schwangerschaft ab 41+0 eine Geburtseinleitung angeboten werden. Spätestens ab 41+3 wird sie empfohlen.

Ab 42+0 sprechen Fachleute von einer Übertragung. Besprich mit deiner Ärztin oder Hebamme frühzeitig, wie das Vorgehen in deiner Geburtsklinik aussieht. So fühlst du dich gut vorbereitet, falls dein Baby sich Zeit lässt.

Die Tage nach dem Termin fühlen sich für viele Frauen besonders lang an. Plane bewusst kleine Unternehmungen, Spaziergänge oder Treffen ein, die dich ablenken. Und melde dich jederzeit in der Klinik, wenn du unsicher bist oder dein Kind sich weniger bewegt.

Was vom Geburtstermin abhängt: Mutterschutz und Fristen

Der errechnete Termin ist nicht nur für deine Vorfreude wichtig. Er bestimmt auch zentrale Fristen im Arbeitsleben. Die Mutterschutzfrist beginnt sechs Wochen vor dem voraussichtlichen Entbindungstermin und endet in der Regel acht Wochen nach der Geburt.

Bei einem errechneten Termin am 10. November 2026 startet der Mutterschutz also am 29. September 2026. Kommt dein Kind früher als errechnet, verlängert sich die Schutzfrist nach der Geburt um die Tage, die dir vorher gefehlt haben. Bei Früh- und Mehrlingsgeburten dauert die Frist nach der Geburt zwölf Wochen.

Für das Mutterschaftsgeld der Krankenkasse brauchst du eine Bescheinigung über den voraussichtlichen Geburtstermin von deiner Ärztin oder Hebamme. Details dazu bietet das Familienportal des Bundes. Alles zu Fristen, Rechten und Geld liest du außerdem in unserem Ratgeber Mutterschutz.

Nach dem Geburtstermin berechnen planen: Schwangere steht am Holzkinderbett im Kinderzimmer

Rund um den Termin: Deine Checkliste für die letzten Wochen

Sobald du deinen Geburtstermin berechnen konntest und er durch den Ultraschall bestätigt ist, lassen sich die kommenden Monate besser planen. Diese Punkte solltest du rechtzeitig angehen:

  • Hebamme suchen: Am besten schon im ersten Trimester, da die Nachfrage vielerorts hoch ist.
  • Geburtsklinik wählen: Informationsabende besuchen und dich bei Bedarf anmelden.
  • Geburtsvorbereitungskurs buchen: Viele Kurse sind früh ausgebucht.
  • Mutterschutz planen: Den Arbeitgeber informieren und die Bescheinigung für das Mutterschaftsgeld besorgen.
  • Kliniktasche packen: Spätestens einige Wochen vor dem Termin. Was hinein gehört, zeigt unsere Kliniktasche-Checkliste.
  • Wehen kennenlernen: Informiere dich, woran du den Geburtsbeginn erkennst.

Gerade in den letzten Wochen fragen sich viele Frauen bei jedem Ziehen im Bauch, ob es losgeht. Woran du Übungswehen von echten Wehen unterscheidest, erklärt unser Beitrag Wehen erkennen.

Häufige Fragen: Geburtstermin berechnen

Wie kann ich meinen Geburtstermin selbst berechnen?

Nimm den ersten Tag deiner letzten Periode, zähle sieben Tage dazu, ziehe drei Monate ab und addiere ein Jahr. Das ist die Naegele-Regel. Weicht dein Zyklus von 28 Tagen ab, verschiebst du das Ergebnis um die entsprechende Anzahl an Tagen.

Wie lange dauert eine Schwangerschaft genau?

Gerechnet ab dem ersten Tag der letzten Periode dauert eine Schwangerschaft im Durchschnitt 280 Tage oder 40 Wochen. Ab der Befruchtung sind es etwa 266 Tage. Ein Kind gilt ab der vollendeten 37. Woche als reif geboren.

Wie viele Babys kommen am errechneten Termin?

Nur etwa 4 Prozent der Babys werden genau am errechneten Tag geboren. Rund 88 Prozent kommen innerhalb von 14 Tagen vor oder nach dem Termin zur Welt. Der errechnete Tag ist daher eher eine Orientierung als ein festes Datum.

Warum hat die Ärztin meinen Geburtstermin geändert?

Beim ersten Ultraschall zwischen der 9. und 12. SSW misst die Ärztin die Scheitel-Steiß-Länge des Embryos. Weicht das daraus abgeleitete Schwangerschaftsalter deutlich von der Rechnung ab, korrigiert sie den Termin. Das passiert häufig bei unregelmäßigen Zyklen oder wenn das Datum der letzten Periode unsicher ist.

Was passiert, wenn das Baby nach dem Termin noch nicht da ist?

Nach dem Termin wirst du engmaschiger mit CTG und Ultraschall überwacht. Nach der Leitlinie soll Frauen mit unkomplizierter Schwangerschaft ab 41+0 eine Einleitung angeboten und spätestens ab 41+3 empfohlen werden. Besprich das Vorgehen frühzeitig mit deiner Ärztin oder Hebamme.

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Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Beratung durch deine Hebamme, Ärztin oder deinen Arzt.

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